Mit dem Fahrrad durch Phnom Penh

Meine gefürchtete erste Tour durch den Phnom Penher Verkehr auf dem Fahrrad ist vollbracht. Langsam bin ich wieder akklimatisiert und den Angstschweiß auf meinem Rücken los. 

 

 

Wir starten zuhause noch zu dritt in dieses Abenteuer, da Anna, Maria und ich zunächst alle einen ähnlichen Weg zur Arbeit haben. Anna fährt selbstbewusst vor und bringt uns durch die Mengen von Autos, Tuk Tuks und Motorrädern sicher über die ersten zwei Straßenkreuzungen. Dann verabschiedet sie sich und biegt rechts ab. Maria und ich fahren also alleine weiter. Oh, Oh. 

 

Wir verlassen die geteerte Straße und fahren auf einem Schotterweg weiter. Als wir an den Kreisverkehr kommen, der uns schon die ganze Fahrt über bevorsteht, fahren wir erst einmal gegeneinander, fangen uns aber recht schnell wieder und stürzen uns dann wieder in den Verkehr. Ich muss eine Ausfahrt vor Maria raus und muss sie deswegen jetzt ganz auf sich allein gestellt lassen. Da wird sie doch erstmal von einem Lkw angefahren. Naja, nicht ganz. Zwei Zentimeter sind da noch zwischen ihm und ihren Füßen. 

 

Ich rufe ihr noch schnell "Viel Glück. Su-Su!" ("Du schaffst das" auf Khmer) zu und begebe mich an die nächste Ampel. Zum Glück ist diese Ampel da, denn die nächste Straße ist (theoretisch) zweispurig und eine der meist befahrenen um diese Uhrzeit. Und ich muss sie überqueren. Durch die Ampel halten immerhin einige an und es ist zumindest ein wenig leichter, über die Straße zu kommen.

Ich hänge mich also an eine Truppe Motorradfahrer, die auch links abbiegen wollen und schaffe es mit ihrer Hilfe auf die andere Seite. 

 

Puh, fast da. Während ich mittlerweile etwas entspannter die Straße entlang radle, atme ich den guten Duft des kambodschanischen Verkehrs ein. Ich biege noch einmal ab, dieses Mal schon fast wie ein Profi (so fühlt es sich jedenfalls an), und bin da. 

 

Die nächste Hürde ist hiermit überwunden und der Straßenverkehr macht mir schon gar nicht mehr so viel Angst wie noch vor zwei Stunden. Mal sehen, wie der Rückweg wird. 

 

Was man allerdings noch zum Verkehr hier sagen sollte, außer, dass alles sehr chaotisch und gefährlich scheint, ist, dass in diesem Chaos trotzdem eine gewisse Ruhe liegt und es irgendwie ein geordnetes Chaos ist. 

 

Zwar gibt es keine genauen Regeln oder zumindest keine, die auch befolgt werden, aber dadurch, dass jeder aufmerksam auf die anderen guckt und hier ständig füreinander angehalten wird, anstatt auf die Vorfahrt zu beharren (naja, sowas gibt's hier wohl auch nicht direkt), entsteht eine gewisse Ordnung. Vielleicht auch einfach dadurch, dass die Straßen voll sind und man sowieso nicht schnell fahren kann. 

 

Wie dem auch sei, mein Fazit zum Fahrradfahren mitten im Phnom Penher Verkehr: Gar nicht so schlimm. Einfach Augen auf und durch. 

 

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